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By Christina Meyn, Gerd Peter

Arbeitssituationen als subjektive wie objektive Gegebenheiten von Arbeitshandlungen werden angesichts der Flexibilisierung und Entgrenzung von Erwerbsarbeit zentraler Gegenstand der empirischen Arbeitsforschung. Die arbeitsbezogenen Wissenschaften müssen zukünftig „das Ganze der Arbeit“ stärker berücksichtigen und dabei auch dem Prozess der Subjektivierung Rechnung tragen. Der vorliegende erste von zwei Sammelbänden beschäftigt sich mit den phänomenologischen Grundlagen der Arbeitssituationsanalyse als sozialwissenschaftliche Methode und dokumentiert bisherige Erfahrungen zur Erfassung von dynamischen Arbeitsbedingungen.

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Das neue Menschenbild

Mit seiner Neudefinition des Bewusstseins als psychisches raumzeitliches Kontinuum eröffnet Heinrich Schwarz eine ganz neue Sicht auf Mensch und Gott. Soziale Grundforderungen in großen Weltkulturen gewinnen so gesehen für uns heute wieder an Bedeutung. Gleichsam von selbst ergibt sich das neue Menschenbild.

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In dem Subjekt- „Wir” ist niemand Objekt. Das Wir umschließt eine Mehrzahl von Subjektivitäten, die sich gegenseitig als Subjektivitäten anerkennen. Indessen bildet diese Anerkennung nicht den Gegenstand einer expliziten Setzung: explizit gesetzt wird nur eine gemeinsame Handlung oder der Gegenstand einer gemeinsamen Wahrnehmung. „Wir” leisten Widerstand, „wir” gehen zum Angriff vor, „wir” verurteilen den Schuldigen, „wir” betrachten dieses oder jenes Schauspiel. So ist die Anerkennung der Subjektivitäten analog zu derjenigen des nichtsetzenden Bewußtseins durch sich selbst; oder besser, sie muß nebenher von einem nichtsetzenden Bewußtsein vollzogen werden, dessen Setzungsobjekt dieses oder jenes Schauspiel der Welt ist.

Indes ändert es an der Natur des Warenaustausches selbst nichts, ob das Geld als Kaufmittel oder als Zahlungsmittel funktioniert. Der Preis der Arbeitskraft ist kontraktlich festgesetzt, obgleich er erst hinterher realisiert wird, wie der Mietpreis eines Hauses. Die Arbeitskraft ist verkauft, obgleich sie erst hinterher bezahlt wird. Für die reine Auffassung des Verhältnisses ist es jedoch nützlich, einstweilen vorauszusetzen, daß der Besitzer der Arbeitskraft mit ihrem Verkauf jedesmal auch sogleich den kontraktlich stipulierten Preis erhält.

Für uns, die wir der Eingangspforte der Phänomenologie zustreben, ist nach dieser Richtung hin alles Nötige schon geleistet, wir bedürfen nur einiger ganz allgemeiner Charaktere der natürlichen Einstellung, die in unseren Beschreibungen bereits und mit hinreichender Klarheitsfülle hervorgetreten sind. Eben auf diese Klarheitsfülle kam es uns besonders an. Wir heben ein Wichtigstes noch einmal heraus in folgenden Sätzen: Ich finde beständig vorhanden als mein Gegenüber die eine räumlich-zeitliche Wirklichkeit, der ich selbst zugehöre, wie alle anderen in ihr vorfindlichen und auf sie in gleicher Weise bezogenen Menschen.

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