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By Silvia Ursula Ertl (auth.), Peter Pantucek, Maria Maiss (eds.)

Ilse Arlt, Pionierin der österreichischen Sozialarbeit, betrachtete Soziale Arbeit als wissenschaftlich begründete career. Mit ihrer kritischen Haltung zur Fürsorge ihrer Zeit, ihrer Bedürfnistheorie und ihrer pädagogischen Tätigkeit lieferte sie originelle Beiträge, die auch heute noch von überraschender Aktualität sind. Der vorliegende Band führt in Ilse Arlts Biographie und in ihr Denken ein und stellt ihre theoretischen Überlegungen in den Kontext aktueller sozialarbeitswissenschaftlicher Diskurse.

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Das neue Menschenbild

Mit seiner Neudefinition des Bewusstseins als psychisches raumzeitliches Kontinuum eröffnet Heinrich Schwarz eine ganz neue Sicht auf Mensch und Gott. Soziale Grundforderungen in großen Weltkulturen gewinnen so gesehen für uns heute wieder an Bedeutung. Gleichsam von selbst ergibt sich das neue Menschenbild.

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Die Lebensgeschichten der KlientInnen sind nicht so leicht zugänglich wie die Daten der Einrichtungen, und sie sind besonders schwer auszuwerten. Wir haben begonnen, eine Datenbank mit Fallgeschichten anzulegen, aber das ist noch zu wenig. Systematische Fallstudien zu betreiben ist aufwändig und will finanziert werden. Von der Notwendigkeit, solche Studien zu betreiben, sind wir überzeugt. “ (Arlt 1958:17) 4. “ (Arlt 1958:23) 52 Das „anerkannte geistige Forum“ fehlt immer noch. Sozialarbeit ist eine institutionsgebundene Profession.

Vgl. Arlt 1958: 38) Die mit der ersten verbundene zweite Weichenstellung besteht darin, dass Arlt der Armutsforschung abverlangt, bei der Ergründung der basalen menschlichen Bedürfnisse oder Gedeihenserfordernisse zu beginnen. a. aus den beobachtbaren und messbaren Gedeihensmängeln zu erschließen. (vgl. Arlt 1958: 60) Arlt wählt damit eine anthropologische Perspektive, die nach den gemeinsamen Merkmalen und Grundvoraussetzungen der menschlichen Lebensweise fragt. Diese Weichenstellung ist insofern wichtig, als lediglich aus plausiblen gemeinsamen Grundvoraussetzungen für ein menschengerechtes Leben oder Gedeihen allgemeine menschliche Ansprüche und Rechte hinsichtlich der Befriedigung der naturgegebenen Bedürfnisse abgeleitet werden können.

Wissenschaft betreibt sie mit Hingabe, weil sie ihr Grundmotiv nicht verrät. Die Liebe zu den Unglücklichen ist keineswegs genug, aber sie ist eine Vorbedingung für Professionalität und wirksame Hilfe. Und ich möchte ergänzen: Die Liebe zu den Unglücklichen ist keine selbstlose Liebe, es ist die Liebe zu mir selbst als Mensch. In den Unglücklichen sehe ich Mit-Menschen, Angehörige derselben Spezies. In ihnen erkenne ich das menschliche Schicksal, damit auch potenziell mein Schicksal. Will ich mich selbst als Mensch wahrnehmen und lieben können, ist diese Liebe zu den anderen Voraussetzung.

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