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By Stefan Jarolimek

Transformationsforschung führt in der Kommunikationswissenschaft bislang ein Schattendasein. Stefan Jarolimek entwickelt ein theoretisch-methodologisches Instrumentarium für die kommunikationswissenschaftliche Transformationsforschung, indem er ein Analysemodell konzipiert und dabei den zentralen Stellenwert des Formalobjektes Öffentlichkeit hervorhebt. Als Fallbeispiel wählt er das in seiner Transformation meist als gescheitert angesehene Belarus (Weißrussland). Die Auswertung der Berichterstattung der wichtigsten unabhängigen Zeitungen und der Zeitung der Präsidialadministration zeigen die Entwicklung des Journalismus und den Einfluss der rechtlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen von 1990 bis 2008. Die zunehmende strukturelle Zensur erweist sich als Kernproblem der Journalisten in Belarus. Dieses Bild stützen auch Interviews mit (inter-)nationalen Experten und belarussischen Journalisten. Das „Negativbeispiel“ Belarus verdeutlicht, wie die Verhinderung von Öffentlichkeit den gesamten Prozess der Gesellschaftstransformation schwächt.

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Daraus ergibt sich der Schluss, dass journalistische zwar immer öffentliche Kommunikation darstellt, aber öffentliche nicht immer journalistische Kommunikation (vgl. Kohring 1997: 252). Eine exakte Trennung der Ebenen (Funktionssystem, Leistungssystem) sollte also gewährleistet sein – zumal in systemtheoretischen Entwürfen. Auch die Leistung, die dem Journalismus zugeschrieben wird, erhält von den Autoren unterschiedliche Nuancen. “ Auch Görke (1999: 303, Hervorh. ) hebt innerhalb seiner vorrangig temporalen Argumentationslinie die auf Dauer gestellte Kommunikation hervor, da ansonsten die Funktion von Öffentlichkeit nur sporadisch bedient werden könnte, und stellt fest: Der gesellschaftliche Synchronisationsbedarf „findet schließlich in der journalistischen Aktualitätskonstruktion seine professionelle Entsprechung: Indem 20 Der Begriff des „Leistungssystems“ taucht klassisch nicht in der Terminologie Luhmanns auf, kann und wird jedoch als Bezeichnung für Subsysteme verwendet, die eine spezifische Leistung für andere gesellschaftliche Teilsysteme erbringen.

Vielmehr scheint es gewinnbringender, zunächst die (konventionelle) systemtheoretische Diskussion – die bislang fast ausschließlich den Journalismus zum Thema hatte – auf das gesamte Fachgebiet auszubreiten, also in Zukunft auch PR, Unterhaltung und Werbung in die Diskussion einzubeziehen, was teilweise bereits geschehen ist (vgl. , 2008). Daher bleiben die Gedanken Webers hier außen vor. Wie bereits erwähnt, legte Rühl 1980 einen ersten Theorienentwurf vor. Die Hauptfunktion des Journalismus sieht er in der „Herstellung und Bereitstellung von Themen zur öffentlichen Kommunikation“ (Rühl 1980: 323).

Am viel versprechendsten erscheint auf makrotheoretischer Ebene der Ansatz Pollacks (1990, 1991), der in Anlehnung an Parsons und Luhmann „die mangelnde funktionale Ausdifferenzierung von eigencodierten und autonomen Teilsystemen von Gesellschaft im Realsozialismus“ herausstellt. “ (Kollmorgen 1996: 289) Jedoch argumentiert Pollack, ebenso wie bereits Parsons, dass diese Gesellschaft, die die gesamte Wirklichkeit mittels der dualen Codierung sozialistisch vs. ) Am Ende seiner Analyse zu Ostdeutschland interpretiert Pollack nicht die immer wieder als Haupteinflussfaktor gehandelten „Westmedien“ als maßgeblichen Motor des Umbruchs, sondern die Perestrojka, die zeigte, dass selbst in der Sowjetunion Mitbestimmung, Transparenz und freie Meinungsäußerung möglich sein konnte.

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