Download Staat und politische Bildung: Von der "Zentrale für by Gudrun Hentges PDF

By Gudrun Hentges

Im Jahre 2012 feierte die „Bundeszentrale für politische Bildung“ ihr 60-jähriges Bestehen. Sie tritt ein für die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation. 1952 unter dem Namen „Bundeszentrale für Heimatdienst“ gegründet, unterstand sie dem Bundesministerium des Innern und knüpfte terminologiesch an die „Reichszentrale für Heimatdienst“ an, die bereits in der Weimarer Republik existierte. Die Autorin rekonstruiert – auch anhand bisher nicht bekannter Akten – den Prozess der Gründung der „Bundeszentrale für Heimatdienst“. Die frühen konzeptionellen Debatten um staatliche politische Bildung lassen das breite Spektrum der einander widersprechenden Konzeptionen deutlich werden. Der Spannungsbogen reicht von dem US-amerikanischen Konzept der Reeducation über das deutsche Konzept der staatsbürgerlichen Erziehung, den „positiven Verfassungsschutz“, bis hin zur Propaganda – der „instinktsicheren Mobilisierung der Gefühle“.

Show description

Read Online or Download Staat und politische Bildung: Von der "Zentrale für Heimatdienst​" zur "Bundeszentrale für politische Bildung" PDF

Best german_11 books

Das neue Menschenbild

Mit seiner Neudefinition des Bewusstseins als psychisches raumzeitliches Kontinuum eröffnet Heinrich Schwarz eine ganz neue Sicht auf Mensch und Gott. Soziale Grundforderungen in großen Weltkulturen gewinnen so gesehen für uns heute wieder an Bedeutung. Gleichsam von selbst ergibt sich das neue Menschenbild.

Additional info for Staat und politische Bildung: Von der "Zentrale für Heimatdienst​" zur "Bundeszentrale für politische Bildung"

Example text

Ausführlich widmet sich Schrenck-Notzing der Person von Saul K. Padover – hier denunziert als » Psychokrieger «16 und » Charakterreformer «17. 18 » Die Re-education (Umerziehung) des deutschen (und japanischen) Volkes trug einen Januskopf «, so Caspar Schrenck-Notzing. » Nach rückwärts zeigte er die mürrischen Züge der Sozialpsychologie, jenem Versuch wissenschaftlicher Bewältigung gescheiterter Hoffnungen, nach vorne erglänzte er im rotwangigen Optimismus der Pädagogik und verkündete: › Das einzige und beste Werkzeug, um noch im gegenwärtigen Geschlecht in Deutschland die Demokratie zu erreichen, ist die Erziehung.

Zu nennen ist hier das Universities Committee on Post War International Problems, in dem sich ca. 22 Ein weiterer Akteur in der Debatte war das Institute on Re-education of the Axis Countries 23, ein privates Institut, bestehend aus Emigranten, amerikanischen Wissenschaftlern und Mitarbeitern amerikanischer Kriegsdienststellen (z. B. aus dem Office of War Information, OWI). Dieses Institut legte im Juni 1945 einen halbamtlichen Bericht vor, an dessen Erstellung auch die Regierung und Ministerien beteiligt waren.

Tent: Mission on the Rhine. Reeducation and Denazification in American-Occupied Germany, Chicago/London 1982, S. 28 f. 34 Erste Phase: Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Dekartellisierung (Direktive JCS 1067) Die erste Phase der Reeducation-Politik war bestimmt durch die drei D’s: Denazification, Demilitarization und Decartellization. In diesem Kontext kann nicht auf die einzelnen Methoden, Maßnahmen, Prozesse, Strategien und Ziele der alliierten Besatzungspolitik eingegangen werden; die folgenden Passagen konzentrieren sich vielmehr auf den Morgenthau-Plan und die Direktive JCS 1067 – neben dem Potsdamer Abkommen das zentrale Dokument dieser Phase.

Download PDF sample

Rated 4.69 of 5 – based on 5 votes